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Registriernummer/Bootsname:
< FORTUNA >
























 




Foto: (C) Jörn-Felix Stehr

Fortuna - im Museumshafen Flensburg
Baujahr:                                        
1910
Bauwerft:
Jarling-Werft / Freest
Überholung:
1952 - Generalreparatur auf dem Dänholm (Tonnenhof). Zusammen mit einem Bootsbauer erfolgte
           der Austausch der meisten  Spanten sowie eine fast vollständige Neubeplankung des Rumpfes.
            Entfernung von Schwertkasten u. Bünn. Anbringung eines Loskiels.
1954 - Umbau zum Kutter (neues Deck, Schanzkleid u. Ruderhaus auf der Wessel-Werft/Lauterbach)
1961 - Umbau zum Sportboot (Kajütaufbauten)
2000 - 2007  Rekonstruktion auf der Museumswerft Flensburg
Eigner:
Kinder- und Jugendhilfe Verbund gGmbH Kiel (KJHV)
Heimathafen:
Museumshafen Flensburg


Rumpfausführung/Beplankung:
Spitzgatt, konvexer Vorsteven / Klinker
Takelage:
Ketsch
Segelfläche:
(ehem. ca. 90,00 m²)
Rumpflänge:
12,38 m
Breite:
4,00 m
Tiefgang (ohne Schwert):
1,00 m    


Motorisierung:
1. 1 Zyl. Deutz Glühkopf, 20 PS
ca. 1920
2. 3 Zyl. Jastram Diesel, 60 PS (generalüberholt)
1955
3. Mercedes Diesel, 110 PS
nach 1961-1980
4.

5. 4 Zyl. Volvo Penta
2007


Bootshistorie:



STR. 6 STR. 6
Foto: Sammlung Nils Rammin
  
Eigner
Heimathafen
Kennung (Name)
Zeitraum Bemerkung
Robert Röber
Stralsund STR. 27 (Fortuna)
1910-1952
Zeesenfischerei bis 1945
Erwin Kagelmacher
Stralsund
STR. 6   (Fortuna)
1952-1957
Umbau zum Kleinkutter
FPG Vorwärts Stralsund
Stralsund
STR. 6   (Fortuna) 1957-1960

Erwin Kagelmacher
Burg/Fehmarn BUR. 6  (Fortuna)
1960-1961
letzter Fischer
unbekannt
Kiel
              (Paco)
1961- als Sportboot
unbekannt Tönning               (Paco)
        -1980
als Sportboot
unbekannt Tönning
              (Paco)
1980-1986
an Land aufgelegt
Museumshafen Flensburg
Flensburg
              (Fortuna)
1986-2007
konserviert/restauriert
KJHV gGmbH Kiel
Flensburg               (Fortuna) 2007- als Jugendschiff


Internet:
http://fortunasegeln.wordpress.com/segelschiff-fortuna-geschichte/
http://www.agentur-sturm.de/


Bemerkung:











"Fortuna" Museumswerft Flensburg - 08/2007
"Fortuna" Museumswerft Flensburg - 08/2007
Fotos: (C) Jörn-Felix Stehr
Nach Angaben von Dr. Wolfgang Rudolph könnte die "Fortuna" ursprünglich als Flunderboot gebaut worden sein. Erbauungszeitraum und Bootsgröße würden dafür sprechen.

Die "Fortuna" wurde bei Jarling 1910 in Klinkerbauweise gebaut. Bei der Neubeplankung in den 1950er Jahren wurde der Rumpf erhöht und die drei obersten Plankengänge (über der Wasserlinie) kraweel ausgeführt.

Fischer Robert Röber schied im Jahr 1945 aus Altersgründen aus der Fischerei aus. 1952 wurde das stillgelegte Zeesboot von Fischer Erwin Kagelmacher gekauft, zum Kutter umgebaut und ging später in die Genossenschaft über. Fischer Kagelmacher floh im Jahre 1960 mit dem Kutter in die Bundesrepublik (Insel Fehmarn) und fischte damit von Burg aus noch bis 1961 auf der Ostsee. Da Ladekapazität und Motorisierung für die Seefischerei zu klein waren, wurde die "Fortuna" noch im gleichen Jahr stillgelegt.

Ab 1961 wurde das Boot als Sportfahrzeug genutzt. Nach mehreren Eignerwechseln lag der Rumpf, der bereits mehrfach untergegangen war, im Tönninger Hafen, befand sich in einem schlechten Zustand und musste schließlich 1981 aus dem Hafengelände entfernt werden. Nach mehreren erfolglosen Instandsetzungsversuchen in Eigenleistung, überlies der letzte Eigner den auf einem ehem. Kohlenhof in Tönning liegenden Rumpf im Jahr 1986 dem Museumshafen Flensburg. Nachdem dieser durch den Verein entkernt und konserviert worden ist, wurde er für mehrere Jahre auf dem Vereinsgelände gelagert. Wäre man nicht der Annahme gewesen, es handle sich um das angeblich letzte bootsbauerische Zeugnis seiner Art, so wäre das Boot sicher nicht als erhaltungswürdig eingestuft worden.

Im Jahr 2007 wurde das Fahrzeug innerhalb eines TV-Projektes des Kinderkanals KI.KA "Platz für Helden! - Ein Schiff für Flensburg", unter Mithilfe von acht Jugendlichen restauriert und an den Kinder- und Jugendhilfe Verbund gGmbH Kiel (KJHV) übergeben.
Die "Fortuna" liegt im Museumshafen Flensburg und dient als Jugendschiff- u. Familienschiff. Für den Erhalt des Schiffes und zur Förderung sozialer Projekte wurde ein Verein gegründet.

(Ausführliche Berichte zur Lebens- u. Leidensgeschichte der "Fortuna" befinden sich im
Piekfall Nr. 32/86 u. 33/87)