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Lieber Homepage-Besucher

Diese Seiten beschäftigen sich mit Zeesbooten; jenen Fischerseglern, die mit ihren braunen Segeln - gestern wie heute - das Bild der Boddenlandschaft an der vorpommerschen und mecklenburgischen Küste prägen.

Ziel soll es sein, an dieser Stelle eine Plattform für alle Liebhaber und Interessenten dieser hölzernen Fischersegler zu schaffen.

 

Das Herzstück dieser Seiten bildet das erweiterte Zeesboot-Klassenregister.
Jedes Boot besitzt eine eigene "Registrierkarte", mit allen verfügbaren Bootsdaten, Informationen zur Geschichte des Bootes, sowie vielen aktuellen aber auch historischen Ansichten.

(Die Fotos sind mit Informationen hinterlegt, welche von den meisten Browsern angezeigt werden)

Man darf sich mit den Begriffen Zeese und Zeesboot nicht ins Bockshorn jagen lassen. Bei der Zeese handelt es sich um ein Fangnetz. Auch andere Boote haben mit der Zeese gefischt. Ein Zeesboot ist ein speziell auf den Boddengewässern beheimateter Bootstyp, welcher ohne Motorkraft - ausschließlich unter Segeln vor dem Wind treibend - das Zeesnetz luvseitig gezogen hat (sogn. Treibzeesenfischerei). Die Zeese wurde zum einen durch die langen, ausschiebbaren Triftbäume des Zeesbootes und zum anderen durch Auftriebskörper bzw. Ballast an Ober- und Unterseite des Zugnetzes selbst, offengehalten. Es handelte sich also um eine sehr schonende Art der Schleppnetzfischerei, da das Netz ohne Scherbretter, bei niedriger Triftgeschwindigkeit sanft über den Grund gezogen wurde. So ist der Gewässergrund kaum geschädigt und der Beifang reduziert worden. Braun war die Farbe der Fischer. Darum handelt es sich auch nicht automatisch bei jedem Boot mit braunen Segeln um ein Zeesboot. Hierüber bekommt man erst Aufschluss, wenn man konstruktive Eigenheiten, wie Bauausführung und Größe des Bootsrumpfes, sowie die Takelung genauer betrachtet.



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 Was war der Grund für die Entstehung dieser Seiten?


Nach der Wende gab es noch einmal einen deutlichen Zuwachs an Traditionsbooten, welche in der Fischerei nicht mehr genutzt wurden. Dadurch hatten die in den Büchern von Hermann Winkler und Timm Stütz sowie im Buch "Zeesenboote im Nationalpark" veröffentlichten Registrierlisten bald an Aktualität verloren. Es waren mittlerweile bereits 95 FZ-Nummern
* vergeben.

Also entschloß ich für mich, die fehlenden Nummern selbst zu recherchieren und eine regelrechte Sammelleidenschaft brach aus.
Die genannten Bücher bildeten dafür nach wie vor eine sehr gute Grundlage, da die Registriernummer eines Bootes immer beibehalten und bei Wegfall des Bootes nicht wieder neu vergeben wird.
(* Die Kennzeichnung "FZ" bedeutet übrigens nicht, wie vielfach verbreitet, "Fischerzeese" oder "Fischereizeese". Es handelt sich, lt. E. Rammin, vielmehr um eine bei der Vergabe des Klassifizierungskennzeichens zufällige Aneinanderreihung von Buchstaben.)

Der Großteil der veröffentlichten Bootsdaten stammte ohnehin aus dem umfangreichen Fundus der "Bodstedter Zeesbootfamilie" Rammin. Besonders gefreut habe ich mich daher, dass Ekkehard Rammin - der Vater der Zeesboote -  vor der Einspielung ins Internet noch einmal ein Auge auf das Register geworfen, tausend Fragen beantwortet :) und wertvolle Ergänzungen und Korrekturen gegeben hat.

Mittlerweile hat sich die Homepage (sowie auch meine Frau Heike und ich ;o) fest in der Szene etabliert und ich konnte viele interessante Kontakte und Freundschaften knüpfen. So hat sich u. a. auch die freundschaftliche Zusammenarbeit mit Nils Rammin, seines Zeichens Bootsbaumeister und Inhaber der Werft Rammin in Barth ergeben. Nils trägt fachlich, und durch das bei ihm und in seiner Familie vorhandene Bootswissen, einen großen Beitrag zu diesen Seiten!
Anhand der von ihm seit seiner Kindheit zusammengetragenen historischen Bootsdaten, wurde das "erweiterte Zeesbootregister" Stück für Stück überarbeitet und durch viele alte Bilddokumente ergänzt.

Nun überarbeite und erweitere ich diesen Datenbestand mit Nils zusammen. Heute gibt es nur noch wenige "Eingeweihte", die hierzu Auskunft geben können. Es gilt das noch verfügbare Material zu sichern und zu dokumentieren, bevor es in Vergessenheit gerät.
 


Uwe Grünberg
Rostock, seit September 2005


(P.S: Ich bin kein Spezialist für Webseiten ;o) Mein Ziel ist in erster Linie der Informationsgehalt.
Über Hilfe, das Webdesign zu verbessern und die Seiten dem jeweils technischen Stand anzupassen, wäre ich dankbar...)


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01.07.2010

 

Es gibt immer wieder Diskussionen darüber, wie ein Zeesboot wohl im Originalzustand auszusehen hat.


Der aktuelle Gedankenaustausch mit Autor Timm Stütz, welcher derzeit an einem Reprint seines Buches
"Braune Segel im Wind" arbeitet, hat mich inspiriert, dazu folgendes zu schreiben:

 

Auch Zeesboote haben - als Arbeitsmittel im Wandel der Zeit - ständigen konstruktiven Veränderungen unterlegen. Die meisten Boote wurden während ihres Fischereieinsatzes auf dem jeweiligen Stand der Technik gehalten und waren dabei natürlich immer im Originalzustand. Nur durch Weiterentwicklung konnte sich einst der Übergang vom schwerfälligen Zeeskahn zum viel effektiveren Zeesboot hin vollziehen.

 

Für einen Zeesenfischer bestand kein Grund - etwa aus besonderer Neigung zum Ursprünglichen - sein Boot im Bauzustand des Stapellaufes zu belassen. Bei Neubauten flossen diverse Neuerungen gleich mit ein.
So war es auch schon nach 1880, als man von Seitenschwertern auf das Mittelschwert überging, oder als nach 1900 von den pommerschen Zeesbooten der dän'sche Deken (eingedeckter Fischkasten) übernommen wurde.
Aus den Steckmasten, welche ursprünglich durch den Segelbalken führten und auf der Kielsohle in einem Spurklotz verankert waren (bzw. auf einem Kielschwein) wurden über Deck angebrachte Masten; meist Klappmasten. Schon zur Zeit der Fischerei erhielt manches Boot einen stählernen, verzinkten Schwertkasten oder ein mit Glasfaserkunststoff (GFK) beschichtetes Deck. Viele Veränderungen dienten der Erhöhung der Sicherheit an Bord. So eben auch der heutzutage übliche Anbau von Stahlsohlen unter dem eigentlichen eichenen Sohlkiel. Dieser zusätzliche Ballast wurde nach dem Wegfall der Fischkästen und durch den Einbau kleiner u. leichterer Motoren notwendig. Wer will schon 1-2 Tonnen an zusätzlichem Innenballast umherfahren?

 

Man kann nicht von jedem Freizeitsegler erwarten, dass er sein Boot in den Zustand eines Museumsbootes zurückversetzt. Die Unterhaltung solch eines alten Seglers verschlingt Unmengen an Zeit und Geld. Und fast am wichtigsten ist; die Familie muss mitziehen! Es soll daher auch möglich sein, das Boot familiengerecht auszustatten. Die Klassenvorschriften für Zeesboote lassen es zu, dass die Fahrzeuge mit zusätzlichen Kajütaufbauten versehen werden. Viele Bootseigner sind hierbei vertretbare Kompromisse eingegangen, welche den historischen Eindruck nur wenig schmälern. Der Bootsrumpf und das traditionelle Rigg blieben dabei unverändert erhalten. Ohne diese Kompromisse würden die meisten Boote heute nicht mehr existieren.

 

Nur knapp über 65 von derzeit 107 mit FZ-Nummer registrierten Booten, wurden ursprünglich einmal für die Zeesenfischerei gebaut. Bei den anderen Rümpfen handelt es sich zwar ebenfalls um "Sohlenboote", aber mit geringen baulichen Unterschieden, weil diese Fahrzeuge einst für andere fischereiliche Zwecke bestimmt waren. (z. B. als Manzen- u. Flundernboote, Strandboote, Wadenboote, Reusenmotorboote u. ähnliches) Diese heutzutage oftmals kritisch gesehene Übernahme in die Zeesbootklasse, war bei den Fischern wiederum nichts außergewöhnliches. Hier wurden auch kleinere, artverwandte Rümpfe in der Zeesenfischerei eingesetzt. So wurde z. B. das Zeesboot VIT. 21 des Vitter Zeesenfischers Karl Kollwitz ursprünglich in Peenemünde als Reusenboot gebaut, aber aufgrund seiner Größe später zum Zeesboot umgerüstet. Auch Fischer Walter Moritz aus Fuhlendorf hat sich mit der heutigen FZ 92 "Traudi" im Jahr 1946 bei Dornquast ein kleines Zeesboot bauen lassen, was auf den ersten Blick so gar nicht danach aussieht...

 

Ich gehe daher einmal vom Begriff "Original" ab und benutze stattdessen das Wort "Tradition".

Grundsätzlich ist es zu begrüßen, wenn ein Zeesbooteigner sich dazu entschließt, sein Fahrzeug in einem weitestgehend der Tradition entsprechenden Zustand zu erhalten.
Das heißt, dass die wichtigsten Ausstattungsmerkmale aus der Zeit der Zeesenfischerei, welche ein Zeesboot als solches auszeichnen, vorhanden sind. Dies schließt in erster Linie die für Zeesboote so typische Arbeitsraumaufteilung ein und reicht bis zum Einsatz traditioneller Decksbeläge.
Heutzutage hat man die technischen Möglichkeiten, ein Boot mit zeitgemäßen Mitteln zu rekonstruieren und dennoch das traditionelle Erscheinungsbild zu erhalten. Ebenfalls gibt es moderne Materialen, welche den einst verwendeten optisch nachgeahmt wurden. (z. B. braune Kunststoffsegel oder entsprechendes Tauwerk) Aber da wären wir auch schon wieder beim Thema Geld...

                      
                         Letztendlich gilt jedem einzelnen Bootseigner der Dank, welcher mit dem Erhalt seines Bootes auch ein
                         Stück Bootsbaugeschichte u. maritimer Kultur bewahrt.

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Ich möchte mich bei all denen bedanken, die durch ihre Erzählungen Zuarbeit geleistet, Unterstützung
 in Form von Dokumenten, Fotomaterial und Sonstigem gegeben haben.

Speziell hervorheben möchte ich:



Zeesbooteigner/Eignerfamilien
Zeesbootfreunde Fischer u. Fischerfamilien
Autoren
Ekkehard & Nils Rammin Volker Stephan Steffi Hase
(
Fam. Hübner, Stralsund)
Dr. Wolfgang Rudolph
Dirk Rammin Ingo Hennig Susanne Techel, Rerik
Hermann Winkler
Dr. Helmut Risch Jörn-Felix Stehr Zeesenfischer
Karl Kollwitz, Vitte/Hidd.
Dr. Jochen von Fircks
Angelika & Gerd Junge Manfred Frach Max Gau, Neuendorf/Hidd. Timm Stütz
Familie Liebetrau Jörg Schwarzenberg Johannis u. Hubert Thürke, Grieben/Hidd.
Dr. Egon Schlieker
Hans-Joachim Seyfried Sigurd Mönk Theodor "Thede" Thürke, Vitte/Hidd.
Gerhard Parchow
Peter Zobel S. Grieser Uwe Kankel, Seedorf/Rg. Gustav Wulf
Susanne u. Andreas Schönthier Andreas Kölbl
Ulrich Kliesow, Alt Reddevitz/Rg. Dr. F.W. Junge
Fam. Riemann
Detlev Gau, Neuendorf/Radeberg
Uwe "Hein" Krenke
Fam. Hebert, Ahrenshoop Verlage
Jürgen Thöbe
Prof. Dr. Ing. Jörg Hoffmann Konrad Reich Verlag Rostock
Klaus Holst
Ina Stöwsand, Pruchten Druckerei Quint
Jens Hank
Horst Grählert, Pruchten
 
Reinhard Leverenz
Gerda Gau, Vaschvitz/Rg. Fotografen (auch aus Nachlass)
Arnulf Wenning
Arno Gössel, Kirchdorf/Poel Kai Greiser (www.yachtbild.de)
Thomas Manig
Karl-Robert Waack, Gollwitz/Poel
Foto Maya Löffler - Vitte/Hiddensee
Rudi Hinrich
Henry Diedrich, Ummanz
Arnt Löber
Michael Dietz
Karl "Karli" Schultz, Glewitz/Rg.
Holger Friedrich
Kur- und Tourismus GmbH Zingst
Petra Meneikis, Prerow
Dr. Christof Junge
Otto Brandt
Helga Kirstein, Wieck a. Darss

Martin u. Wolfgang Burr
Ewald Lange "Lauing", Stahlbrode

Angelika & Detlev Möhr
Wolfgang Striesow, Neuendorf/Hidd.

Fam. Dr. Walter Lambrecht
Malte Niemann, Neuendorf/Hidd.
Gitti & Gerhard Scharfe
Uwe Krüger, Ahlbeck 
Kai Reschke
Museen

Lienhard Faulbaum
Michael Mäuslein
(Meeresmuseum Stralsund)

Ralf Lohmeyer
Leif Torge
(Museumshafen Hamburg.-Oevelgönne)

Heike Schoewe
Dr. Michael Gebühr
(Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Schloß Gottorf)

Hans-Peter Konow


Bernd Frommhagen
sonstige Institutionen
Werner Allmann
(Helmut Olszak u. S. Borgsschulze)
Historischer Arbeitskreis Schiffbau

Hans-Joachim Balzer
Schiffswerft Barth GmbH
Rainer Buschmann
Ralf Asmus (Poeler Bootsbau GmbH)


Erlebnisbad "Wonnemar" Wismar




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