All
dies galt es nach der Zeit
bei der Marine,
inzwischen in
Rostock lebend, zu erkunden.
Mittlerweile
ist die Insel, deren
Hochland ich
damals sah,
unser Lieblingsdomizil im Sommer - unsere geliebte Insel Hiddensee.
Hier bekam ich Anfang der 90er
Jahre, in der kleinen
Inselbuchhandlung in Kloster, das Buch „ZEESENBOOTE“
von
Hermann
Winkler in die Hände. Von diesen
Booten
hatte ich auf dem Bodden, insbesondere bei unseren
Wochenendausflügen
zum Fischland/Darß,
schon viele gesehen. Mich begeisterte, wie sich Material, Form und
Farbe
dieser Segler in das Landschaftsbild
einfügen, so als ob sie ganz
natürlich dazu
gehören würden.
Ich erzählte
meinem Freund Hajo
Seyfried von dem
Buch und
staunte nicht schlecht, als er zum Bücherregal ging, eben dieses
Buch
herauszog
und mir darin die Fotos eines Zeesbootes zeigte, welches er in den
siebziger
Jahren selbst segelte. Es war die
Dwarsdriwer FZ
21 (ehem. STR 10), das
Rundgattboot
des Stralsunder Fischers Alfred Hübner.
Ich fragte mich schon, ob es
Zufall ist, dass ich mich für eine bestimmte Sache zu interessieren
beginne und Menschen aus
meinem
direkten Umfeld dabei die Weichen stellen.
Hajo setzte noch einen drauf.
Beim Grillen an der
Warnow
legten wir spontan fest, dass wir am nächsten Tag nach Peenemünde
fahren wollten. "Er kenne dort
eine
Stelle, wo man gut auf
Hecht angeln könne..."
Gesagt, getan. Als Highlight unserer
Angeltour stellte Hajo mir dann
die
Familie Liebetrau vor. Ich erfuhr, die
Liebetrau´s sind stolze
Besitzer
eines der ältesten
erhaltenen Zeesboote, der "Rümdriwer" (FZ 22), mit Baujahr
1882.
Die beiden Freunde segelten die
Rümdriwer (ehem.
BOD 7),
welche Sie Anfang der siebziger Jahre in Bodstedt bei der
Fischerfamilie Bauer erstanden
hatten, einmal
zusammen, bevor sich ihre beruflichen Wege
trennten.
An
diesem Tag gab es dann sogar
noch einen kleinen
Törn
hinüber nach Kröslin und ein Stück bis zur Peenemündung hinauf.
Meine erste Fahrt mit einem
Zeesboot...
Nun war ich
nicht mehr zu
bremsen. Mein Interesse
stieg
beträchtlich.
Ich
fing an, mir sämtliche
verfügbare Literatur über
Zeesboote zuzulegen und alles über die Boote zu sammeln.
Die
Zeesbootregatta in Bodstedt
gehörte natürlich
ebenfalls zum Programm.
Am
liebsten wäre ich auch gleich
„Zeesbootfahrer“
geworden.
Aber meine Frau, die aus Ihrer Kindheit in Stralsund die Arbeit
am familieneigenen Holzboot
kannte,
bremste die
Anfangseuphorie erst
einmal aus...
Mittlerweile stehen
Zeesboote in meiner Freizeit an erster Stelle. Ich habe dafür andere
Hobbys, die ich früher sehr intensiv
betrieben habe,
zurückgestellt. Seit 2006 beteilige ich mich an der Rekonstruktion
eines Zeesbootes, welches ich danach segeln
möchte. Es vergeht wohl kaum
ein Tag, an dem ich nicht irgend
etwas tue oder denke, was mit den Zeesbooten zu tun hat.
Wenn
ich auf solch einem Boot stehe, fühle ich mich in die "Gute alte Zeit"
zurückversetzt. Ich denke daran, wie das Fahrzeug
früher einmal
ausgesehen haben mag, wie es genutzt wurde und wer die Fischer
waren. Daher ist es mir auch so wichtig, die
Geschichte der
einzelnen Boote aufzuschreiben. Man staunt, was es hier noch alles zu
erfahren gibt...
Und "wie es der Zufall so
will" Heute haben meine Frau und ich die Gelegenheit, Hajos
ehemaliges Boot zu segeln...
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