Zeesboote

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Rostock, den 08.05.2018 - 16:30 Uhr

 

Im aktuellen Gemeindebrief der Inselkirche Hiddensee las ich, dass der Vitter Fischer Theodor Thürke kurz vor seinem 89. Geburtstag verstorben ist.


Theodor Thürke, der vielen Seglern noch bekannt ist, als der freundliche und hilfsbereite "Opa Thürke" vom Seglerhafen Vitte-Langeort, ist bereits am 07.02.2018 gegangen.
 
Bei Recherchen zu ehemaligen Hiddenseer Booten haben meine Frau und ich ihn einst kennengelernt und als sehr angenehmen Gesprächspartner empfunden. Wie ich es auch bei anderen Altfischern erlebt habe, taute Fischer Thürke im Laufe des Gespräches richtig auf, als ihm nach anfänglicher Verwunderung gewahr wurde, dass sich ein jüngerer Mensch ernsthaft für seine Geschichte interessiert. Die Krankheit seiner Frau erlaubte es Theodor Thürke nicht, längere Zeit außer Haus zu bleiben. Daher war er meist greifbar, wenn ich mal wieder etwas von ihm wissen wollte.
 
So hat Theodor Thürke mir zum Beispiel geholfen, Licht ins Dunkel um den auch auf Hiddensee tätigen Bootsbauer Erdmann Fünning zu bringen, von dem bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal mehr sein vollständiger Name bekannt war.
 
Später wurden Opa Thürkes Augen schlechter. Eine OP brachte nicht den erhofften Erfolg, so dass er die von mir mitgebrachten Fotos von den alten Booten kaum noch erkennen konnte.
 
Theodor Thürke war einmal ein Manzenfischer. Das war eine Treibnetzfischerei, wie sie von den Fischerkommünen auf Hiddensee und Rügen während der Heringssaison praktiziert wurde. Das Boot setzte dabei im Küstenbereich, meist am Bakenberg bei Dranske oder vor Kap Arkona, eine mehrere hundert Meter lange Netzwand aus, die aus vielen Einzelnetzen (Manzen) zusammengeknüpft wurde. Die Heringsboote für den Hiddenseer Außenstrand wurden in der Fischersprache als Seeboote (Seebööt) bezeichnet. Anfangs handelte es sich bei den offenen und halbgedeckten Fahrzeugen noch um reine Segler, die nach dem Fang von mehreren Fischern auf den Strand gezogen wurden. Fotos solcher Gemeinschaftsarbeiten sind z. B. vom Inselfotografen Max Ebel erhalten. Später wurden die Manzenboote motorisiert, eingedeckt und fanden ihren Liegeplatz in den auf der Boddenseite entstandenen Häfen von Neuendorf und Vitte. 
 
Das ehemalige Manzenboot von Fischer Thürke mit dem Beinamen "Kuckuck" wurde im Jahr 2004 abgewrackt. Es ist aber im Bootsregister auf dieser Webseite für die Nachwelt erhalten geblieben.
 
In den Niederschriften des Fischers Erwin Kagelmacher aus Stralsund ist ein Foto von Theodor Türke zu finden, welches ihn als Jungfischer in 1950er Jahren zeigt.

 

Farewell "Thede" Thürke - Eine gute letzte Reise !!!

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