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Rostock, den 18.07.2020 - 13:30 Uhr


Seit Anfang Juni diesen Jahres, reiht sich ein auf den ersten Blick gar nicht wie ein Zeesboot wirkender Segler in die Kulisse der gut besuchten Fischgaststätte am Ufer des Ribnitzer Sees ein.


Optisch wirkt er eher wie ein etwas groß geratenes Netzboot. Dabei handelt es sich bei FZ 92 "Traudi" um ein Fahrzeug, welches tatsächlich einmal für die Zeesenfischerei gebaut wurde. Laut Aussage von Ekkehard Rammin benötigte der Fuhlendorfer Fischer Walter Moritz ein kleines Boot für die Altersfischerei. Er wollte damit auch die Zeesenfischerei im Redensee betreiben - einem flachen Gewässerabschnitt des Bodstedter Boddens. Auf der Werft von Bootsbaumeister Hans Dornquast in Fuhlendorf entstand daher im Jahr 1946 dieser Kompromissbau, der für mehrere Einsatzzwecke geeignet war.
 
 
Nachdem Walter Moritz die Fischerei ganz aufgegeben hatte, landete das kleine Holzboot wiederum auf der Dornquast-Werft. Es wurde zum Sportboot umgebaut und erhielt einen Kajütaufbau.
 
In dieser Eigenschaft war das Boot viele Jahre in Stralsund und auf Ummanz beheimatet. Nach der Wende entdeckte Ottomar Kafka den dem Untergang geweihten Bootsrumpf inmitten von Brennesseln auf einem Grundstück auf Rügen. Es wurde seine "Traudi I". Das Boot kam zurück in die heimatlichen Gewässer. Später ging es in die Hände des Prerower Bürgermeisters Hans-Joachim Schuhmann über. Skipper der "Traudi" wurde Reinhold Drüding, der mit ihr bei den Zeesbootregatten in der Kleinen Klasse ganz vorne mitsegelte.
 
 
Auch der Nacheigner, Florian Herde, setzte viel Engagement in den Erhalt des Bootes. Während dieser Zeit erhielt das Boot den für seine Bauart untypischen Kajütaufbau.
 
Danach sollten wieder schlechtere Zeiten für "Traudi" anbrechen. Der neue Eigner aus Westdeutschland wollte das Boot nach Holland ans Eisselmeer bringen. Jedoch hatte er sich, wie auch sein baldiger Nachfolger, am Erhaltungsaufwand des Bootes überschätzt. Ich vermittelte den Kontakt zu Peter Zobel nach Dierhagen, wohin "Traudi" schließlich verbracht und aufgelegt wurde.
 
Peter tauschte die Kielsohle und den Achtersteven aus und erneuerte beidseits die unteren 5 Plankengänge. Neuer Eigner des Boots ist seit 2018 die Ribnitzer Fischereihafen GmbH u. Co. KG.
Es ist davon auszugehen, dass "Traudi" zukünftig auch wieder bei den Zeesbootregatten in Erscheinung treten wird.
 
 

 
Bildquellen:
Bild 1: Sammlung Nils Rammin
Bild 2: Uwe Grünberg
Bild 3: Gerd Junge
Bild 4: Uwe Grünberg

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