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Rostock, den 07.09.2021 - 06:00 Uhr

Bodstedt. Unter gewöhnungsbedürftigen Rahmenbedingungen, dafür aber bei schönstem Segelwetter, wurde am vergangenen Sonnabend die 57. Bodstedter Zeesbootregatta durchgeführt.


Wäre eine abendliche Siegerehrung mit Urkunden- und Preisübergabe angesetzt gewesen, hätten zumindest in der Großen Klasse die „üblichen Verdächtigen“ auf dem symbolischen Treppchen gestanden. Die Kleine Klasse hingegen hätte mit neuen Gesichtern überrascht. In diesem Jahr musste allerdings ein Aushang mit den erzielten Platzierungen reichen.

Grund für den eingedampften Tagesablauf war die geltende Corona-Verordnung des Landes. Um das Abstandsgebot zu wahren und wenigstens segeln zu können, hatten die Verantwortlichen vom Traditionshafen Bodstedt e.V. auf ihr traditionelles Landprogramm mit Festzelt sowie auf den maritimen Hafenmarkt verzichtet. Auch von der Veranstaltungsplakatierung und der Ankündigung in den Medien wurde abgesehen, um keinen Publikumsauflauf zu provozieren. Um so mehr staunte Vereinsvorsitzender Nils Rammin, dass zur Mittagszeit, als die Boote startklar gemacht wurden, trotzdem hunderte Schaulustige über das weitläufige Hafengelände schlenderten. Die meisten schienen Radler zu sein, denn trotz der großzügig ausgelegten Kapazitäten waren die Abstellgelegenheiten für Fahrräder völlig ausgeschöpft.

Bild 1: Raumkurs vorm HafenBild 2: Raumkurs vorm Hafen


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
„Es waren weitaus mehr Schaulustige als bei der Vorjahresregatta, die auch schon unter Corona-Bedingungen stattgefunden hatte. Zwar hätten wir mit konsequenten Maßnahmen den gewohnten Ablauf durchziehen können, doch für unseren kleinen Verein mit seinen bescheidenen Mitteln wäre das nicht zu leisten gewesen“, so der Vereinsvorsitzende. Trotzdem freute er sich über die Teilnahme von 34 Zeesbooten und den Spaß, den das rein seglerische Vergnügen den einheimischen und angereisten Besatzungen bereitete.

Bei leichtem Wind aus nordöstlicher Richtung ließ Wettfahrtleiter Alexander Nicolaus in einem ersten Zeitfenster die sechs Boote der Kleinen Klasse auf die Dreiecksbahn. Es folgten in deutlichem Abstand zwei Boote der Mittleren Klasse, denen sich das Zeitfenster für die 26 Zeesboote der Großen Klasse anschloss. Dadurch konnte eine unübersichtliche Startabfolge, wie sie in den vergangenen Jahren immer wieder von ungeduldigen Dränglern verursacht worden war, vermieden werden.

Eigentlich hätte Alexander Nicolaus viel lieber an der Pinne seines eigenen Zeesbootes „Old Lady“ gesessen, doch wegen einer grundlegenden Überholung ist der altehrwürdige Oldtimer zur Zeit nicht schwimmfähig. „Die alte Dame erhält in der Werft Rammin ein gründliches Facelifting“, so der Segler augenzwinkernd. Er hatte vor drei Jahren als Organisator einer Cadet-WM auf dem Bodstedter Bodden von sich reden gemacht und denkt schon jetzt an eine Wiederholung des Coups. „Aber nur, wenn auch meine Frau wieder mit im Boot ist“, so seine Bedingung. Bodstedt ist der begeisterte Wassersportler seit regelmäßigen Ferienlageraufenthalten während seiner Kindheit sowie durch sein intensiv genutztes Ferienhaus verbunden. In wenigen Jahren will der heute 61-Jährige sogar seinen Dauerwohnsitz ins Dorf verlegen.
 
Bild 3: Raumkurs Bild 4: Adele
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Er ist nicht der einzige Eigner, der gegenwärtig auf sein Zeesboot verzichten muss. Die „Annegret“ von Marie Rammin (24) wird der „Old Lady“ noch länger in der Bootsbauhalle Gesellschaft leisten. Die 24-jährige Segelmacherin hat aber das Glück, dass die Werft Rammin mit der „Johanna“ (Platz 22) ein segelfähiges Zeesboot der Großen Klasse besitzt, das sie zur Regatta steuern durfte.

Ihre Regattapremiere erlebte die „Adele“ des aus dem Ort stammenden Eigners Jens Müller, der als Küchenchef tätig ist. Einst hatte er als Bootsbaulehrling den Rumpf erworben und dann in jahrelanger Arbeit selbst neu aufgebaut. Im letztjährigen Sommer war die „Adele“ zu Wasser gegangen, musste aber noch einige Zeit auf Masten und Segel warten. Zwar reichte es bei ihrer ersten Regatta nur zum vorletzten Platz, doch sicher wird Jens Müller ihre Segeleigenschaften mit jeder weiteren Wettfahrt optimieren.
 
Bild 5: Vorwindkurs
Ältester aktiver Teilnehmer war übrigens Marie Rammins Großvater Ekkehard Rammin (84), der einstige Initiator der Zeesbootregatten. Mit seiner langjährigen Reviererfahrung ahnte er die bevorstehende Zunahme des Windes und ließ seine Besatzung rechtzeitig das Toppsegel seiner „Nordstern“ (Platz 18) bergen. Er und seine Mitsegler seien ja schon älter und deshalb lieber etwas vorausschauender unterwegs, erklärte er später. Als es am fortgeschrittenen Nachmittag wegen des zunehmenden und sich abkühlenden Windes aus Nordost auf dem Bodden ungemütlich wurde, lagen die Zeesboote längst wieder im Hafen. Ihren traditionellen Abschluss einer Wettfahrt mit Kaffee, Kuchen und Umtrunk ließen sich die Besatzungen auch unter den eingeschränkten Bedingungen nicht nehmen. Nils Rammin hofft, im kommenden Jahr zum bewährten Ablauf der Bodstedter Zeesbootregatta zurückkehren zu können. „Sollten uns dann immer noch Corona-Regeln plagen, machen wir es wieder wie heute - die Besatzungen hatten doch ihre Freude an dem schönem Tag.“


 
 Große Klasse:

1. „Gertrud“ (Lienhard Faulbaum)
2. „Hanna“ (Dr. Helmut Risch)
3. „Oma Else“ (Holger Aulrich)

Mittlere Klasse:

1. „Hoffnung“ (Dirk Rammin)
2. „Swantewit“ (Lothar Junge)

Kleine Klasse:

1. „Astrild“ (Johannes Winter)
2. „Moni“ (Thomas Döring)
3. „Lütte“ (Peggy Kastl)
 

 
 Text & Fotos: Volker Stephan
 

 

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