Registriernummer/Bootsname:

Kategorie: stillgelegtes Fischereifahrzeug/Ausstellungsstück
Status: "an Land aufgelegt"

< FISCHER HEBERT >

 
 

Allgemeine Bootsdaten

Baujahr: zwischen 1901-1913
Bauwerft: Fünning-Werft / Stralsund
Rumpfausführung: Spitzgatt, konvexer Vorsteven
Beplankung: Eiche - kraweel
Rumpflänge über Steven: 10,23 m
Länge über alles (l.ü.a.):  
Rumpfbreite über Scheuerleiste: 3,14 m
Tiefgang (ohne/mit Schwert): ca. 0,80 m
Verdrängung:  
Takelung: ursprünglich als Ketsch
nach 1958 Kuttertakelung (Mecklenburger Takelung) 
Segelfläche: ca. 80,00 m² 

Motorisierung

1. Motor (nach 1958) 1 Zyl. Bolinder Glühkopf-Motor (10 PS)

Überholung

2004-2010 Rekonstruktion des Schiffsrumpfes innerhalb eines Förderprojektes, unter Federführung von Bootsbauer Jens Lochmann aus Althagen 

Eigner-/Bootshistorie

Eigner Heimathafen Reg.-Nr./Name Zeitraum Bemerkung
  Vitte/Hidd.              -1938 als Manzenboot
Heinrich Wolter Vitte/Hidd.      1938- als Zeesboot
(Mitfischer Sohn Richard Wolter)
Richard Wolter
Hans Wolter
Vitte/Hidd. VIT. 29            -1950er

als Zeesboot
(Söhne von Heinrich Wolter)

Emil Gau Vaschvitz/Rg.   1950er-1958 als Zeesboot
Ernst Hebert Althagen AHR. 6    1958- als Zeesboot
(Mitfischer Sohn Fritz Hebert)
Fritz Hebert Althagen AHR. 6            -1982 letzter Zeesenfischer
Darss Museum Prerow Fischer Hebert    1982- als Ausstellungsstück

Allgemeine Anmerkungen

Der Überlieferung nach wurde das Fahrzeug als Manzenboot für Vitte auf Hiddensee gebaut. Auch aus Aufzeichnungen von Dr. Wolfgang Rudolph geht hervor, dass der Rumpf ursprünglich nicht für die Zeesenfischerei gebaut wurde. Erst mit der Umrüstung zum Zeesboot wurde ein Däken eingebaut.

Heinrich Wolter betrieb die Treibzeesenfischerei zusammen mit seinem Sohn Richard. Nach dem Krieg nahmen Richard Wolter (Ökelname "Pudding") und sein Bruder Hans diese Fischerei wieder auf. Sie fischten mit dem Boot bis in die 1950er Jahre hinein. Dann lernte Hans Wolter eine Urlauberin kennen und verzog nach Dresden. Deshalb wurde das Boot an Fischer Emil Gau (Ökelname "Mailing") nach Vaschvitz auf Rügen verkauft. Emil Gau kam 1958, als er mit seinem Piekschlitten beim Aalstechen im Eis einbrach, ums Leben. Ebenfalls seine beiden Söhne, als diese versuchten den Vater mittels einer mitgeführten Leiter zu retten. (Quelle: Max Gau)

So gelangte das Boot schließlich auf das Fischland in die Fischerfamilie Hebert nach Althagen. Erst jetzt erhielt das Boot einen Motor. Fischer Fritz Hebert schenkte das aufgebrauchte Fahrzeug mit seiner Pensionierung im Jahre 1982 dem Darss Museum in Prerow.

Der Bolinder Glühkopfmotor befand sich bis zum Schluss im Boot. Er soll restauriert und wieder eingebaut werden. Das ursprünglich einmal ketsch getakelte Boot (Mastfuß für Besan noch vorhanden) wurde während der Althäger Zeit einmastig gefahren, so wie es in Mecklenburg üblich war. Das Großsegel war als Baumsegel ausgeführt.

 

Dokumente

Bootsrisse von AHR. 6: HOL59.1 HOL59.2 HOL59.3.1 HOL59.4

Segelrisse von AHR. 6: HOL96.1 HOL96.2 HOL96.3 HOL96.4

Aalzeese von AHR. 6:  HOL94 sowie Zeichnung: Aalzeese nach Aufmaß von Gerd Junge

 

Quellen:
Risse: (HOL) Archiv Deutsches Meeresmuseum - Mit freundlicher Genehmigung Helmut Olszak
Zeichnung: Aalzeese AHR.6 - Mit freundlicher Genehmigung Gerd Junge

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