Registriernummer/Bootsname:

Kategorie: registriertes Fischereifahrzeug
Status: "unter Motor"

STA. 004 < LACHS >

Allgemeine Bootsdaten

Baujahr: 1926
Bauwerft: Jarling-Werft / Freest
Baunummer: 199
Rumpfausführung: Spitzgatt, konvexer Vorsteven
Beplankung: Eiche - kraweel
Rumpflänge über Steven:  
Länge über alles (l.ü.a.):  
Rumpfbreite über Scheuerleiste:  
Tiefgang (ohne/mit Schwert):  
Verdrängung:  
Takelung:  
Segelfläche:  

Motorisierung

1926-1938 HMG "Bergedorfer" Glühkopfmotor (10 PS)
1938-1960er Jahre 1 Zyl. Dieselmotor "Bergedorfer" (25 PS)
1960er Jahre S 4000

Überholung

1947 Generalüberholung (Planken, Deck, Ruderhaus)
1960er-1970er Jahre Umbau von Klinker- auf Kraweelbauweise auf der Bootswerft Menge in Lassan 

Eigner-/Bootshistorie

Eigner Heimathafen Reg.-Nr./Name Zeitraum Bemerkung

Fischerkommün "Lüttpartie"
Paul Striesow
& Genossen

Neuendorf/Hidd. NEU.-M.-29 Lachs
NEU. 29 Lachs
1926- als Partieboot (Stadtboot)
Bootsgemeinschaft
Alfred Thürke
Heinz Klinkenberg
Curt Gau
Neuendorf/Hidd. NEU. 29 Lachs        -1956 als Kleinkutter/Reusenmotorboot
Reusengemeinschaft Neuendorf/Hidd. NEU. 29 Lachs 1956-1958

als Kleinkutter/Reusenmotorboot

Albert Krel Stahlbrode STA. 004 Lachs 1958-1985 als Kleinkutter/Reusenmotorboot
(von klinker auf kraweel)
FPG Stahlbrode Stahlbrode STA. 004 Lachs 1985-1990 als Kleinkutter/Reusenmotorboot
FG Stahlbrode Stahlbrode STA. 004 Lachs 1990- als Kleinkutter/Reusenmotorboot
(Fischer Fred Krel

Allgemeine Anmerkungen

1926 wurde von den Fischern der "Lüttpartie" Neuendorf bei der Bootswerft Jarling der Motorkutter "Lachs" als Partieboot in Auftrag gegeben (für Paul Striesow & Genossen - Baunummer 199). Die "Grotpartie" hatte bereits ein Jahr zuvor den "Seehund" (für Malte Gottschalk & Genossen - Baunummer 194) ebenfalls als neues Partieboot in Freest beauftragt. Diese Boote lösten die kleineren Vorgängerboote ab. Sie wurden auch als sogn. "Stadtboote" bezeichnet, da mit ihrer Hilfe die "Lebendfänge" der jeweiligen Partie in die Stadt, also nach Stralsund, zum Verkauf gebracht wurden. Neben der Fischerei wurden auch Gästefahrten für Urlauber angeboten (Fahrten nach Kloster, Inselrundfahrten u. Mondscheinfahrten). Das Motorboot "Lachs" (damals mit grün gestrichenem Rumpf) war für 26 Personen zugelassen. Während der Fischerei im Frühjahr u. Herbst wurde Willi Schliekers offenes Motorboot "Anita" als Beiboot genutzt.

Der Glühkopfmotor soll den Kutter so stark in Vibrationen versetzt haben, dass sogar einzelne Nieten der Beplankung aussprangen.

1947 brachte man den "Lachs" nach Posthaus auf die Halbinsel Bug, zur Überholung. Da die Neuendorfer Fischer mit der Arbeit von Bootsbauer Grieger nicht zufrieden waren, machten sie den Rumpf durch das Anbringen von sechs leeren Dieselfässern schwimmfähig und brachten das Boot kurzerhand nach Neuendorf zurück. Dort wurden die Arbeiten durch Tischler Erwin Endlicher, die Fischer Willi Wolter u. Heinrich Beyer sowie Bootsbauerlehrling Hansi Hübner zu Ende geführt. Neben dem Austausch von Planken u. Steven wurde das gesamte Deck und das Ruderhaus erneuert.

Seit Anfang/Mitte der 1950er Jahre gingen die Heringsfänge vor Hiddensee stark zurück. Das wurde zu einem Problem für die Fischerkommünen, da es sich um einen der "Brotfische" handelte. Anfänglich versuchten beide Partien zusammen zu fischen. Schließlich kam es aber zur Auflösung der alten Strukturen.  Nun wurden kleinere Bootsgemeinschaften und später Reusengemeinschaften gegründet. Diese stellten Reusen im Greifswalder Bodden, vom Hafen Lauterbach/Rügen aus. Es gab auch Versuche mit Reusen am Außenstrand (Gellen, Enddorn, Bug). Das brachte ebenfalls nicht die gewünschten Erfolge und war auf Dauer nicht wirtschaftlich. Deshalb wurde auch diese Fischerei eingestellt. Das einstige Partieboot "Lachs" wurde schließlich im Jahr 1958 nach Stahlbrode verkauft. (Quelle: Heimatmuseum "Lüttpartie" Neuendorf, Bootswerft Jarling, Max Gau, Reinhard Schlieker)

Während der Zeit bei Fischer Albert Krel in Stahlbrode wurde der "Lachs" bei Menge in Lassan von Klinker auf kraweele Beplankung umgezimmert. Wenn für den 1 Zyl. Bergedorfer Dieselmotor (mit Luftstart) nicht mehr genügend Druck (10 ATÜ) vorhanden war, konnte es passieren, dass man einen Riemen über das Schwungrad legte um den Motor mit Hilfe eines Pferdes zu starten. Der "Bergedorfer" wurde später durch eine S4000 Maschine ersetzt. (Quelle: Ewald Lange "Lauing", Stahlbrode)

Der Lachs befindet sich noch im aktiven Fischereieinsatz. Unter der eichenen Kielsohle befindet sich ein hölzerner Balkenkiel.

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