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Rostock, den 01.02.2015 - 22:00 Uhr

 

Ein besonders tragischer Unfall ereignete sich im Spätwinter des Jahres 1958 auf dem Breetzer Bodden, nahe der Wittower Fähre. Der Rüganer Zeesenfischer Emil Gau kam beim Eisfischen ums Leben. Das gleiche Unglück widerfuhr auch seinen beiden Söhnen, Jochen und Hermann Gau, bei dem Versuch den im Eis eingebrochenen Vater zu retten.

In der Nacht hatte es noch Frost gegeben, so dass das Eis am Morgen hart war. Emil Gau war mit seinem Piekschlitten zum Aalstechen hinausgefahren und stand in der Nähe der Fahrrinne. Im Laufe des Vormittags hatte der Wind auf West gedreht. Durch die ablaufende Strömung wurde die Eisdecke von unten her immer dünner und es setzte auch noch Tauwetter ein. Zum Nachmittag hin wurde das Eis dann weich. Die Hiddenseer Fischer Johannes Thürke und Erich Gau, die sich auf der Breetzer Seite befanden, packten daher schleunigst ihre Gerätschaften zusammen und machten sich mit ihren Piekschlitten auf den Heimweg. Die Eisdecke war an manchen Stellen bereits schon so aufgeweicht, dass der Schlitten das Eis wie eine Welle vor sich herschob. Die beiden Hiddenseer sahen Emil Gau noch auf der gegenüberliegenden Boddenseite fischen. Dieser hat es ja nicht so weit nach Hause, ging es ihnen noch so durch den Kopf. Fischer Gau sollte seine Angelstelle jedoch erst am späten Nachmittag verlassen. Er bewegte sich nicht gen Land, sondern stakte  auf dem Eis in Richtung der Wittower Fähre, um danach direkt zu seinem Gehöft nach Vaschvitz zu gelangen. Eine folgenschwere Entscheidung.

Hannes Thürke aus Grieben erzählt noch im Jahre 2011 aus seiner Erinnerung folgendes: „Emil Gau war ein erfahrener Mensch. Aber er muss das doch gar nicht gemerkt haben, dass das Eis so dünn geworden ist. Du kannst da ja gar nicht absteigen - du brichst dann ein mit dem Schlitten, wenn du absteigst und hältst an! Und dann ist er ins Eis eingesackt – und er soll ja noch auf dem Schlitten gesessen haben, als seine Jungs ankamen. Aber die Jungs - „ne Leiter hatt’n se uck mit, unne Leine - aber dann sinn se inbrockt“. Hingekommem zum Vater sind sie noch. Man hat sie alle drei auf einer Stelle gefunden. „Alle drei versopen, dat is uck nen Jammer! Alle drei versopen…“ Die Trajektfähre konnte „bei nem Meter achtzig“ am nächsten Morgen bis ranfahren“.



Das Zeesboot des verunglückten Fischers Emil Gau wurde nach diesem Ereignis nach Althagen auf das Fischland verkauft. Originalgetreu restauriert, liegt das Boot heute als Anschauungsgobjekt im Freigelände des Darssmuseums in Prerow.


(C) Uwe Grünberg

Nach einer Erzählung von Johannes Thürke
Weitere Informationen: Gerda Gau, Max Gau, Hubert Thürke

Fotos: Uwe Grünberg

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